Schriftgröße:A-A+

Die Chronik

Innerhalb der jüdischen Getto-Verwaltung wurde im November 1940 ein Archiv gebildet, zu dessen Aufgaben die Sammlung von Dokumenten und Materialien für eine künftige Darstellung der Geschichte des Gettos gehörte. In diesem Archiv schrieben vom 12. Januar 1941 bis zum 31. Juli 1944 mehrere Mitarbeiter, vorwiegend Journalisten und Schriftsteller, die Getto-Chronik, zunächst auf Polnisch, später dann auf Deutsch.

Fuchs, Günter (Gunther)

geb. 23.6.1911 in Breslau; SS-Hauptsturmführer, Kriminalkommissar, bei der Gestapo Litzmannstadt von Jan. 1940 bis Jan. 1944: Leiter des Referats II B 4, später IV B 4 (»Judenangelegenheiten«), Jan. 1944 bis Frühjahr 1944 im »Wetterkommando Legath« (Aushebung von Massengräbern), von Juni 1944 bis Aug. 1944 wieder in Litzmannstadt bei Gettoauflösung eingesetzt, Sept. 1944 zum SS-Polizeiregiment 13 in Kärnten abgeordnet; Anfang Juni 1945 in englischer Internierungshaft, Ende April 1948 entlassen, am 8.12.1948 vom Spruchgericht Bielefeld wegen Zugehörigkeit zur Gestapo und zur SS zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt (unter Anrechnung der Internierungshaft); danach Arbeiter und Vertreter, Anfang 1953 Verwaltungsangestellter im niedersächsischen Ministerium für Vertriebene, wurde durch Touristen aus Israel auf der Straße erkannt, am 5.5.1960 Festnahme in Hannover, am 18.11.1963 durch Landgericht Hannover zu lebenslanger Haft verurteilt (Strafvollzugsanstalt Celle), am 2.5.1980 vorzeitig entlassen.