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Die Chronik

Innerhalb der jüdischen Getto-Verwaltung wurde im November 1940 ein Archiv gebildet, zu dessen Aufgaben die Sammlung von Dokumenten und Materialien für eine künftige Darstellung der Geschichte des Gettos gehörte. In diesem Archiv schrieben vom 12. Januar 1941 bis zum 31. Juli 1944 mehrere Mitarbeiter, vorwiegend Journalisten und Schriftsteller, die Getto-Chronik, zunächst auf Polnisch, später dann auf Deutsch.

Tagesbericht von Sonntag, den 13. Februar 1944

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Tageschronik Nr.: 
44

Das Wetter:

Tagesmittel 1-2 Grad Wärme, abends Frost.

Sterbefälle:

-

Geburten:

- /keine Meldungen/

Festnahmen:

Verschiedenes: 1

Bevölkerungsstand:

79.749

Tagesnachrichten.

Der Präses hat heute um 5 Uhr nachmittags zu den versammelten Leitern der Fabriken und Abteilungen gesprochen. Er führte aus:

Bevor ich zur eigentlichen Tagesordnung übergehe, muss ich Ihnen einige Worte zu der brennenden Tagesfrage sagen. Ich muss Sie bitten, meine Worte richtig zu verstehen und das, was ich sage, unverzerrt weiterzugeben. Es fällt mir sehr schwer, zu diesem Thema zu sprechen.

Es handelt sich um die 1500 Männer, die zur Arbeit ausserhalb des Gettos ausreisen sollen. Die Sache liegt nun einmal so: Wir müssen 1500 gesunde Menschen hergeben und dürfen dabei die Fabriksbelegschaften nicht antasten. Diesmal aber kann man mit Bestimmtheit sagen, dass für diese Menschen keine Gefahr besteht. Der Befehl ist nun einmal da und die Frage ist, wer ihn ausführen soll: ich oder eine andere Macht!

Ich habe immer schon behauptet, dass ich zirka 4600 Menschen für neue Produktionen brauchen werde und dass ich diese Leute aus der inneren Verwaltung werde nehmen müssen. Nun werden mir schon jetzt 1500 Männer weggenommen, die sozusagen meine Reserve bildeten. Wenn man diese Menschen dann von mir verlangen wird, so weiss ich nicht recht, wie ich dieses Problem lösen werde. Im Augenblick aber steht ja diese Frage nicht zur Debatte.

Ich wollte die ganze Aktion in aller Stille durchführen. Das ist aber leider nicht gelungen, weil sich die Leute versteckt halten. Nun ist es so, dass die Stelle, die einen Befehl auszuführen hat, auch die Verantwortung trifft. Stellen wir die Leute nicht, so wisst Ihr, wie es aussehen könnte. Das müssen sich aber auch diejenigen vor Augen halten, die den anderen helfen, sich zu verstecken. Es besteht nun die Gefahr, dass die Behörde die Namen derjenigen Leute von mir verlangen wird, die dem Stellungsbefehl nicht Folge leisten. Ich habe für heute Nacht die Festnahmen eingestellt und werde morgen einen Bericht geben müssen, wie sich die Lage jetzt darstellt. Ich weiss im Augenblick nicht, was mit den Leuten passieren kann, die nicht angetreten sind.

Ich warne die Leiter der Fabriken, indem ich sie aufmerksam mache, dass mir sehr gut bekannt ist, dass sich selbst in den Ressorts Leute versteckt halten. Was die Leute selbst betrifft, so weiss ich angesichts der heutigen Lage nicht mit Bestimmtheit zu sagen, wer besser getan hat: die, die sich ordnungsgemäss gemeldet haben, oder die, die sich versteckten. Aber unabhängig davon wird mich die Behörde fragen: Was heisst das, dass sich die Leute auf Ihre Aufforderung hin nicht melden? Wir werden schon die Mittel finden, um die versteckten Herren herbeizuschaffen. – Ich mache darauf aufmerksam, dass dies ein gefährliches Spiel ist. Es ist ja sehr schön, dass die Familie, die um ihren Sohn oder Gatten besorgt ist, sich Lebensmittel und Suppen abspart, um den Versteckten zu ernähren. Die Gefahr besteht aber auch für diese Familien und ich muss das aussprechen, so schwer es mir fällt, denn ich habe keinen Ausweg. Ich kann doch nicht wegen der 1500 Menschen, die zum auswärtigen Arbeitseinsatz entsendet werden müssen, das ganze Getto in Gefahr bringen. Man kann jetzt nicht die Stellung des Erbarmens beziehen. Ich muss unter allen Umständen einen Präzedenzfall vermeiden. Stört nicht das Gesetz! Das müsst Ihr euren Leuten sagen.

Sodann ging der Präses zur Tagesordnung über.

Die Zeiten, so sagte er, ändern sich im Getto täglich und wir müssen uns der jeweils neu geschaffenen Lage anpassen. Das Problem des Tages ist: zu viel Menschen auf der Strasse! Und das ist das schwerste Problem des Tages. Stündlich haben wir Kommissionen zu erwarten und es wird nicht immer so sein, dass wir von der Ankunft dieser Kommissionen rechtzeitig Kenntnis erhalten werden. Es kann sein, dass so eine Kommission ins Getto kommt, ohne den Baluter-Ring zu passieren. Daher habe ich mich entschliessen müssen, folgende Massnahmen zu treffen:

  1. Zunächst werden die Verteilungsstellen während der Arbeitszeit, das ist von 7 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags, geschlossen bleiben. Das gleiche wird hinsichtlich der Ambulatorien und sonstigen Institutionen und Büros gelten, die1 Parteienverkehr haben.
  2. Die Fabriken bleiben von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags hermetisch verschlossen. Niemand darf den Betrieb verlassen! Alle Menschen, die in diesen Betrieben evidenzmässig anwesend zu sein haben, müssen de facto anwesend sein.
  3. Es tut mir Leid, dass ich als 67jähriger Mann den Damen einen Befehl in kosmetischen Angelegenheiten geben muss. Aber ich rufe den Frauen zu: Weg mit Schminke, Puder und Lippenrot!2
  4. Ich befehle, dass die Heimarbeiter3 unbedingt zuhause bei ihrer Arbeit sitzen. Das Herumdrehen auf der Strasse, unter welchen Vorwänden immer, muss aufhören.
  5. Ich ordne eine ständige Kontrolle der Wohnungen an. Kampf gegen den Schmutz in den Wohnungen! Ich weiss, so sagte der Präses weiter, wie schwer das Leben im Getto ist. Es arbeitet der Vater, die Mutter und die Kinder.4 Alle an einer anderen Arbeitsstelle und es ist schwer, unter diesen Umständen die Hausarbeit zu versorgen, aber es muss sein.
  6. Ohne Passierschein wird niemand mehr die Arbeitsstätte, die Fabrik oder das Büro während der Amtszeit verlassen können. Jeder Leiter bestimmt eine Person, die nebst dem Portier, der niemanden hinauslassen darf, die Verantwortung dafür zu tragen hat. Die Passierscheine werden so eingerichtet sein, dass leicht zu kontrollieren sein wird, an wen und wie oft ein Passierschein ausgestellt wurde. Wer immer auf der Strasse angetroffen wird, muss sich ausweisen können. Aus den Arbeitslegitimationen wird überdies ersichtlich sein, in welcher Schichte der Betreffende arbeitet. Arbeitet er in der Nacht, so spricht nichts dagegen, dass er bei Tag auf der Strasse ist. –

Der Präses berührte dann verschiedene praktische Fragen, führte Beispiele an und unterbrach dann die Versammlung für kurze Zeit.

Sodann nahm der Präses wieder das Wort und sagte:

Ich habe5 während der Pause einige Worte aufgeschnappt aus Gesprächen, die die Herren Leiter miteinander führten, und ich sehe, dass Sie die Lage vollkommen missverstehen. Ich sage Ihnen daher, dass Sie sich die Sache viel zu leicht vorstellen. Wenn Ihnen eine Kommission in so eine Fabrik hereingeschneit kommen wird, ohne dass Sie von uns rechtzeitig verständigt werden konnten, werden Sie schon sehen, welcher Wind weht. Stichproben können sehr leicht eine äusserst gefährliche Situation ergeben. Es wird sich nicht nur der Abwesende, sondern auch der Verantwortliche rechtfertigen müssen. Ich bin daher entschlossen, die in meinen Ausführungen angekündigten Massnahmen schon ab morgen, Montag, zu treffen. Ausserdem ordne ich an, dass in jeder Fabrik eine Tafel angebracht wird, auf der die Abwesenden zu verzeichnen sind.

Nun stelle ich Ihnen anheim, Fragen praktischer Natur an mich zu richten und ich will sie, soweit es anhängig ist, sofort beantworten. Eine Diskussion des Problems an sich aber lasse ich nicht zu.

Tatsächlich meldeten sich einige Herren und zwar: Kommandant Zygmunt Reingold bezüglich der Verteilungsläden und der Transportfragen, Ing. Gutman / Bau-Abteilung/ bezüglich der delegierten Arbeiter, Szyja Klugman /Teppichressort/ bezüglich seiner 3000 Heimarbeiterinnen, Oberbaum / Tabak-Abteilung, die einerseits aus einem Laden, anderseits aus Produktion besteht/, Chimowicz hinsichtlich der Jugendlichen.

Der Präses beantwortete sofort alle an ihn gerichteten Fragen. Nur hinsichtlich der Heimarbeiterinnen ordnete er eine Besprechung für Montag 5 Uhr 15 nachmittags an.

Sodann sprach noch M. Kligier einige Worte zur Frage der Entsendung der 1500 Arbeiter nach ausserhalb des Gettos, indem er den Ernst der Lage darlegte. Auch zum Thema Strassenverkehr sprach er einige aufklärende Worte.

Mit einem Appell an die versammelten Leiter, die Lage richtig zu erfassen und den Ernst der vorzukehrenden Massnahmen zu bedenken, schloss der Präses die Versammlung.

/Jeder Versammlungsteilnehmer erhielt gegen Abgabe seiner Eintrittskarte eine Schmalzstulle./

1500 Arbeiter:

Die Lage ist unverändert angestrengt. Zur Kommission stellen sich nur sehr wenig Menschen. Der Stand im Zentralgefängnis ist noch immer knapp über 500. Man erwartet daher weitere strenge Massnahmen des Präses.

Um ein weiteres Instrument der Erfassung der Stellungspflichtigen in der Hand zu haben, wurde schon am 12.Februar das folgende

Rundschreiben

an die Leiter aller Abteilungen erlassen:

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung Nr. 409 v. 12.2.44 ergeht an die Leiter aller Abteilungen die Aufforderung,

die Mittags-Kontroll-Karten 1 und 2

von denjenigen Personen einzuziehen, die verpflichtet waren, sich bei der Aerztekommission, Hamburgerstrasse 40, zu melden, und sich dort nicht gemeldet haben.

Desgleichen sind die Mittags-Kontroll-Karten 1 und 2 von denjenigen Personen einzuziehen, die sich zur Kommission gestellt haben, sich jedoch hinterher versteckt halten und sich nicht im Zentralgefängnis melden, ausserdem von denjenigen, die sich bereits im Zentral-Gefängnis befinden.

Die eingezogenen Mittags-Kontroll-Karten 1 und 2 sind der Kommission in der Hamburgerstrasse 40 gegen Quittung zwecks Nachprüfung einzusenden.

Die Mittags-Kontroll-Karte Nr. 1 ist am Sonntag, den 13.2.44, bis spätestens 10 Uhr früh und die Mittags-Kontroll-Karte Nr. 2 ist am Montag, den 14.2.44, bis spätestens 10 Uhr früh einzuziehen.

Für die Durchführung dieser Anordnung sind mir sowohl die Leiter als auch diejenigen Angestellten in den Abteilungen verantwortlich, die sich mit der Evidenz befassen.

Bei Feststellung der geringsten Unpünktlichkeit werde ich entsprechende Massnahmen ergreifen.

Die durch die Aerzte-Kommission ausgestellten Passierscheine verlieren durch dieses Rundschreiben ihre Gültigkeit.

Litzmannstadt-Getto, den 12.II.1944.

Aus der Suppenkarte ist also ersichtlich, ob der Betreffende seine Suppe erhalten hat. Wo immer er sich auch befindet, kann man auf Grund der Suppenkarte feststellen, dass er in der Abteilung „gestoppt“ ist.

Die Aerztekommission

dürfte heute zum letztenmale in der Hamburgerstrasse arbeiten und wird voraussichtlich ins Zentral-Gefängnis übersiedeln.

Damenkomitee7:

Der Präses hat ein Damenkomitee bestimmt, das im Zentralgefängnis die Verteilung der für die dort konzentrierten Arbeiter eintreffenden Pakete übernimmt. Es ist bezeichnend, dass er sich dazu entschliessen musste. Allem Anscheine nach hat die Polizei in dieser Beziehung auch diesmal versagt. Es ist leider unmöglich, der Polizei ein Lebensmittelpaket anzuvertrauen.

„Kino“ Radegast:

Der Präses hat von der Getto-Verwaltung den Auftrag erhalten, das Lager „Kino“ Radegast8 zu räumen. Die Behörde beabsichtigt, die abfahrtbereiten /gebadeten und desinfizierten/ Gruppen von Arbeitern in diesem Objekte zu konzentrieren. Es ist jedoch noch nicht sicher, ob das Objekt für diesen Zweck benützt werden wird, da der Präses einen günstigeren Gegenvorschlag unterbreitet hat. Die Bedingungen zur Unterbringung in diesem Kino wären nicht sehr günstig, weshalb der Präses die Benützung anderer Objekte in Marysin /ehemalige Heime/ in Vorschlag gebracht hat.

Approvisation.

Alle Ressorts erhalten Suppen:

Mit Rücksicht auf die verspätete Ausgabe der Ration /die Ausgabe erfolgt erst am heutigen Tage/, ordnete der Präses an, dass am heutigen Tage alle Ressorts Suppen auszugeben haben.

Anlieferung:

Am gestrigen Tage kamen lediglich 8040 kg Kohlrüben und am heutigen Tage überhaupt keine Gemüse, sondern lediglich 3000 kg Gemüsesalat herein.

Gestern verzeichneten wir zum erstenmale nach längerer Zeit wieder einen stärkeren Fleischeinlauf. Es kamen 3000 kg Fleisch herein.

Erstmalig erhielt das Getto 485 kg einer sogenannten italienischen Würze. Woraus diese besteht, ist noch unbekannt.

Die Ausgabe der Kartoffeln und Möhren, die zur Ration ausgegeben werden, wird in den Läden voraussichtlich von O.D.-Männern der Sonder-Abteilung überwacht werden.

Schwarzhandelspreise:

Nach der Ration sind die Preise einiger Artikel /ausser Brot und Gemüse/ etwas gefallen, stiegen aber schon in den heutigen Frühstunden wieder rapid an. Ein Laib Brot kostet heute 1050 bis 1100 Mark, Mehl 700 bis 800: die übrigen Kolonialartikel und Gemüse sind im Preis unverändert geblieben.

Ressortnachrichten.

Mit Bekanntmachung in den Ressorts wurde sämtlichen Fabriken und Werkstätten die Herstellung von Privatarbeiten verboten.

Holzbetrieb II

steht wieder unmittelbar vor dem Stillstand wegen Mangel an weichem und trockenem Holz.

Die Strickerei-Abteilung

Holzstr. 77 /Lublinski/ hat die vorrätigen Sweater, Handschuhe und Strümpfe zur Ausrüstung der 1500 Arbeiter ins Zentralgefängnis abgeliefert. Das Lager ist nahezu leer.

Maschinen-Ausladung:

Die Arbeiter von den Winterbaukästen in Marysin sind jetzt den ganzen Tag auch bei der Ausladung der Maschinen beschäftigt, die aus dem Generalgouvernement hereinkommen.9

Kleiner Gettospiegel.

Gettotragödien:

Wie die Wahrnehmung der Empfindung an eine Schwelle gebunden ist, die ein Minimum an Intensität bedingt, andererseits aber ein Schock über ein Maximum hinaus wiederum nicht zum Bewusstsein gelangt, so ist auch das Mitschwingen des Herzens mit dem Leid der Umgebung an eine Mittellage gebunden:10

Da ist eine chassidische Familie, bestehend aus Vater, Mutter, einer Tochter, zwei Söhnen, der jungen Frau des einen Sohnes und dem Bräutigam des Mädchens. Bei der letzten Aussiedlung wurden die zwei Söhne von den ihren getrennt. Der eine durfte zurückkehren und erwartete im Zentralgefängnis sehnsüchtig den Moment der Wiedervereinigung mit den seinen, besonders aber die junge Frau, die er sich buchstäblich vom Wagen herunterholte, als ihre Eltern – Juden aus Deutschland – ausgesiedelt wurden.

Da kommt die Anforderung der 1500 Arbeiter. Der Heimkehrer muss wieder mit. Der Bräutigam der Tochter ist auch unter den Erwähnten. Am Tage seiner Einrückung stirbt der kranke Vater. Die Frauen bleiben allein. Ein rauher Windstoss hat den Baum entblättert.11

Man hört, man spricht ...

... dass die Behörde beabsichtigt, das Objekt Hohensteinerstrasse 96, in dem die Sonder-Abteilung sehr feudal untergebracht ist, vom Getto abzutrennen. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt nicht vor.12

Sanitätswesen.

Die heute gemeldeten ansteckenden Krankheiten: 5 Tuberkulose.

1

HK, LK**, JFK*: Nachfolgend gestrichen „einen“.

2

Vgl. auch einen Text, den Oskar Singer in seiner Zeit in Prag unter dem Titel „Brief an eine elegante Frau“ verfasst hat. Der Text und eine eingehende Analyse finden sich bei Feuchert 2004a, S. 193-195.

3

Heimarbeit war, wie aus einem Eintrag in der Getto-Enzyklopädie hervorgeht, eine anerkannte Arbeitsform, sofern sie nicht um der Registrierung willen vorgetäuscht und – oft gegen geringere Entlohnung – delegiert wurde. Als Heimarbeiter bezeichnet die Getto-Enzyklopädie „Personen, fast ausschliesslich Frauen [...], welche in regelmässigen Zeitabschnitten, gewöhnlich einmal in der Woche, von den Arbeits-Ressorts ein Pensum zur Aufarbeitung im eigenen Heim erhielten, das sie termingemäss abzuliefern hatten. Als Entgelt erhielten sie die tägliche Suppe /ohne Zusatz/ und den entsprechenden Akkordlohn. Sie galten als im ordentlichen Arbeitsverhältnis stehend“ (AŻIH, 205/311, Bl. 175f.; Zitat Bl. 175).

4

So in HK, LK**, JFK*.

5

HK, LK**, JFK*: Nachfolgend gestrichen „schon“.

6

Mit Ausnahme geringer Abweichungen in der Schlusszeile (im Original „ Litzmannstadt /Getto, den 12. Februar 1944“ und „Der Aelteste der Juden in Litzmannstadt“) wird der Wortlaut des Rundschreibens vollständig wiedergegeben. Vgl. APŁ, 278/422, Bl. 23: Rumkowski, Rundschreiben an die Leiter aller Abteilungen, o. Nr., 12.2.1944.

7

Zum Damenkomitee, welches auch Damenpatronat genannt wurde, gehören Gerszonowicz, Kaufman, Rosner, Szpigel und Dora Uryson.

8

In dem „Kino“ wurden zuletzt Steckrüben eingelagert. Vgl. den Eintrag „Weitere Steckrübenzuteilung“ in der Tageschronik vom 11. Dezember 1943.

9

HK, JFK*: Am Rand des Eintrags von Hand ein Kreuz.

10

Bei der Meldung über die geplante Abtrennung der Hohensteinerstraße 96 handelte es sich um ein Gerücht. Vgl. den Eintrag „Das Objekt der Sonderabteilung“ in der Tageschronik vom 22. Februar 1944.

11

Der Satz verbindet Ergebnisse der experimentellen Psychologie, die auf Gesetze des Seelenlebens gerichtet war, mit einer anthropologischen Einsicht, die seit Aristoteles bekannt ist und etwa von Lessing im Theorem des gemischten Charakters formuliert wurde: Dramenfiguren sollen nicht extreme Charaktere sein, sondern in der Mitte zwischen Gut und Böse stehen.

12

In Lessings „Emilia Galotti“ heißt es von der früh getöteten Heldin: „Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert“ (V,7).